Schwächen

Wie jedes Schiff aus den 70‘ern hat die Phantom einige Schwachstellen. Schließlich war die Arbeitsweise mit GFK neu und niemand hätte gedacht, dass die Schiffe noch bis heute segeln.

Deck und Relingstützen

Das Deck ist ein Sandwich-Laminat mit Schaumkern und ist durch Sperr- beziehungsweise Massivholz an neuralgischen Punkten, wie Bug und Mast, verstärkt. Hier liegt eines der größten Probleme. Die Relingstützen wurden werftseitig nur mit dem Deck verschraubt, sodass sie keine großen Belastungen vertragen. Über die Jahre kann Feuchtigkeit durch die Schraubverbindung an den Kern gelangen: Die Verbindung zwischen Kern und Laminat kann sich lösen, die Struktur rund um die Stütze wird langfristig geschädigt und die Stütze kann ausreißen.Viele Eigner haben die Füße inzwischen fest mit einer Unterlegplatte verbolzt und eingedichtet. Hat das Sandwich zu starken Schaden genommen, muss es saniert werden.

Ebenso sollte der Bereich rund um den Mastfuß näher kontrolliert werden. Um die entscheidende Stelle in der Deckstruktur zu versteifen, wurde ein Massivholz einlaminiert, das durch Feuchtigkeit seine Tragfähigkeit verliert. Auch wenn Hauptschott und Maststütze verhindern, dass der Mast irgendwann im Salon steht: Das Deck drückt sich trotzdem durch.

Die Püttinge sind unter Deck fest einlaminiert. Das ist heute zwar keine optimale Lösung, da die Kräfte nicht richtig in den Rumpf geleitet werden, sie sitzen dennoch bombenfest und bisher sind keine negativen Erfahrungen bekannt geworden.

Kiel

Der Kiel ist eine andere Problemzone. Er ist zwar fest einlaminiert, sodass es zu keinen Undichtigkeiten an Kielbolzen kommen kann. Doch zumindest bei den ersten Phantoms wurde der Kiel mit Metallschrott gefüllt und mit Beton ausgegossen. Dabei haben sich anscheinend Luftblasen gebildet. In diese Hohlräume kann aus nicht geklärten Umständen Wasser dringen, sodass sich über die Zeit viel Druck aufbaut, der das Wasser schließlich in die Bilge gedrückt.

Die Betroffenen haben ihre Kiele aufgebohrt, aus denen auch kein Rinnsal entwich, sondern ein fester Strahl. Nach erfolgreicher Trocknung wurde es mit Harz ausgegossen.

Wer eine plausible Antwort für dieses Phänomen weiß, bitte melden!

Der Kiel der Technika wurde mit Bleiplatten ausgelegt und schließlich mit Harz ausgegossen. Hier bisher keine Probleme.

Winkellaminate

Ein weiteres Problem sind die Winkellaminate an den Schotten. Anscheinend wurde die Verbindung zwischen Rumpf und Winkellaminat nicht gründlich gereinigt, sodass sich das Laminat im Laufe der Zeit vom Rumpf lösen kann. Erstaunlicherweise halten die Laminate am Furnier, lösen sich aber am Rumpf. Da hilft nur eines: Winkellaminate raus und neu laminieren!